Die Fütterung unserer Isländer

Von Hungerhaltung, Heu ad libitum, Heunetzen und zeitgesteuerter Fütterung ...

Nach vier Jahren zeitgesteuerter Fütterung sehen wir deutliche gesundheitliche Veränderungen bei unseren Pferden:

Unser Wallach hatte früher dauerhaft

  • hartnäckige Stoffwechselprobleme mit üblen Schwitzattacken,
  • starkem Körpergeruch,
  • ständigen Blähungen und
  • schlechten Hufe mit weichen Sohlen. Die Hufsohlen konnten mit dem Daumen eingedrückt werden ...

Ob es an zu vielem oder zu wenigem Heu lag (je nach Pensionsstall unterschiedlich) oder an den üblichen langen Fresspausen von 8 Stunden oder mehr, können wir nicht abschließend beurteilen. Wir kauften ihn ahnungslos inklusive Ankaufsuntersuchung als "gesundes" Pferd zusammen mit diesen Problemen und wussten damals nicht, dass die Ursache an der Fütterung liegen könnte.

Sogar nach Umstellung auf genau abgewogenes Heu in engmaschigen Heunetzen mussten wir regelmäßig teure und aufwendige Naturheilmittel-Kuren verabreichen, um die immer wiederkehrenden Hautprobleme zumindest für eine gewisse Zeit in Griff zu bekommen. Die Hufqualität blieb nach wie vor mehr oder weniger schlecht. Die Blähungen waren ebenfalls ein ständiger Begleiter. Sein Gesichtsausdruck war leidend. Tierärzte waren ratlos. Blut- und Hautuntersuchungen brachten nichts, außer Rechnungen.

Andere, gut meinende und erfahrene Pferdebesitzer beschwichtigten uns, dass es ganz normal sei, dass sich ein Pferd schubbert, während unser Wallach unter Belustigung der Stallgemeinschaft durchs Schubbern ganze Metallraufen verschob.

Die Stoffwechselproblematik unseres Wallachs hat sich erst nach Einführung der zeitgesteuerten Fütterung vollkommen in Luft aufgelöst und mit seinen mittlerweile 20 Jahren ist er jetzt gesünder und zufriedener, als vor 10 Jahren. Seine Hufe sind steinhart und er geht als Barhufer ohne zu zögern über jeden Grund. Blähungen, Schwitzattacken und übler Körpergeruch sind Vergangenheit.

Und falls es doch einmal vorkommt, dass er an einem Abend schwitzend dasteht, wissen wir, was zu tun ist - wir verringern einfach alle Fütterungszeiten jeweils um ein paar Minuten.

Diese Erfahrungen haben uns gelehrt, dass selbst der beste Hufbearbeiter keine 100 % aus dem Huf herausholen kann, wenn die Fütterung nicht optimal ist und dadurch das Hufhorn zu weich oder sogar brüchig ist. Wenn die Fütterung "passt", produziert der Pferdekörper ganz automatisch einen harten, widerstandsfähigen Huf, welcher sich ganz von selbst dem täglichen Abrieb anpasst. Für die restlichen Feinheiten ist dann der Hufbearbeiter zuständig. Diesen Zusammenhang können wir bei allen unseren vier Isländern - unabhängig vom Alter - durchgehend beobachten.

Unsere 16-jährige Stute wurde vor 10 Jahren im gleichen Pensionsstall nicht nur zu dick, sondern zeigte Anzeichen von beginnender Hufrehe mit deutlicher Fühligkeit und verformten Hufen.

Trotz dieser auch für einen Laien sichtbaren Symptome wurden wir vom Stallbetreiber nicht ernst genommen, da das Pony seiner Ansicht nach ja noch keinen Speckhals hätte und kein klassischer Hufreheschub vorläge und er nichts dagegen machen könne und, dass "das Gras halt wächst" - mit anderen Worten also eine offensichtlich schicksalhafte Situation, die man nicht ändern kann. Unsere Bedenken wurden als übertriebene Spinnerei abgetan.

Um das Schlimmste zu verhindern, habe ich dann die restlichen Wochen an diesem Pensionsstall jeden einzelnen Tag, unabhängig von der Witterung, einen 10-Kilometer-Ausritt mit meinem Pony durch Wald und Flur unternommen. Eine sichtbare Verbesserung gab es leider nicht. Zu viel Futter bei einem Freizeitpferd einfach täglich abzutrainieren, funktioniert also nicht immer, wenn man nicht gerade mehrtägige Wanderritte oder Kutschfahrten unternimmt.

Im Hinblick auf den immer desolater werdenden Gesundheitszustand unserer beiden Pferde, MUSSTEN wir damals regelrecht die Notbremse ziehen, um nicht einen frühzeitigen Tod unserer Isländer zu riskieren. Wir holten die beiden kurzerhand zu uns nach Hause, wo wir in Dorfrandlage und dank verständiger Nachbarn einen Notbehelfs-Paddocktrail rund ums Haus - am Küchenfenster vorbei, über die Terrasse - anlegten und glücklicherweise die benachbarte kleine Wiese für einen gelegentlichen stundenweisen Weidegang pachten konnten.

Die ganze Sache war mehr oder weniger abenteuerlich. Wir fühlten uns der Sache auch nicht wirklich gewachsen, da wir noch nie Pferde in Eigenregie gehalten hatten. Aber wir wollten uns auf gar keinen Fall zum Nachteil unserer Pferde den Fütterungspraktiken irgendwelcher Pensionsstallbetreiber unterordnen.

Bei unserer Stute hat es dann

  • nach einer kompletten Futterumstellung auf "handgepackte" engmaschige Heunetze,
  • nach zahlreichen Hufpflegeterminen
  • und einigen Tierarztbesuchen mit Aufbauspritzen,
  • Röntgenbildern von den Hufen sowie
  • nach einem endlosen Kampf mit verschiedenen Hufschuh-Modellen, welche aufgrund der unförmigen Hufe nicht richtig auf den Hufen bleiben wollten, immerhin

lange 1 1/2 Jahre gedauert, bis die Hufe wieder eine normale Form hatten und unsere Stute körperlich wieder leistungsfähig war. Unglaublich und erschreckend, was unsachgemäße Fütterung auslösen kann.

Nur 6 Monate falsche Fütterung haben dazu geführt, dass ein junges gesundes Pferd immerhin ca. 18 Monate gebraucht hat, um wieder vollkommen gesund zu werden.

Auch unsere 30-jährige Cushing-Patientin sieht jetzt deutlich besser aus, als noch vor ca. vier Jahren,

  • als sie mit langem Zottelfell und
  • recht mager zu uns kam,
  • mit einem tränenden Auge
  • und häufig hustend.

Dass es ihr jetzt besser geht und die oben genannten Symptome bis auf einen seltenen Huster verschwunden sind, kommt mit Sicherheit auch von ihrem Cushing-Medikament, der mageren Diät und der Ruhe als Rentnerin in einer harmonischen Herde. Aber auch die Tatsache, dass sie jetzt keine langen Fresspausen bzw. Hungerzeiten mehr erdulden muss, wirkt sich uneingeschränkt positiv auf ihren Gesamtzustand aus.

Und dann ist da noch unsere 35-jährige Rentnerin, welche vor drei Jahren als Trennungs-Notfall zu uns kam,

  • mit leichter Hufrehe
  • und klapperdürr, weil man im vorherigen Stall die Hufrehe regelrecht "aushungern" wollte.

Besonders in der Anfangszeit mit der noch nicht vollständig auskurierten Hufrehe war die zeitgesteuerte Fütterung ein wichtiger Baustein für ihre Genesung. 

Aufgrund ihrer schlechten Zähne ist sie zwar mittlerweile auf die Zufütterung von eingeweichten Heucobs angewiesen, nimmt ihre Heumahlzeiten aber trotzdem gerne zusammen mit den anderen an der "raufomatisierten" Solar-Raufe ein, obwohl sie zusätzlich noch eigenes offenes Heu zur freien Verfügung hat.

Als ältere Dame weiß sie vermutlich, dass häufige gemeinsame Mahlzeiten zum Herdenfrieden beitragen, auch wenn sich Heuröllchen in und neben der Raufe ansammeln. 😉

Mit zeitgesteuerter Fütterung können wir ohne großen Aufwand sicherstellen, dass unsere Ponys weder hungern müssen, noch sich  krank oder gar zu Tode fressen.

Bei der Pferdefütterung scheint es unserer Erfahrung nach nicht so sehr auf ein Kilogramm Heu mehr oder weniger anzukommen, sondern viel mehr darauf, dass die Portionen in vielen kleinen Mengen ohne lange Fresspausen verabreicht werden. Viele kleine Portionen können vom Pferd viel leichter verstoffwechselt werden, als wenige große Portionen, kombiniert mit langen Fresspausen.

Unsere Isländer, als Vertreter der sogenannten "Robustrassen" gesund zu füttern, war für uns lange ein fast unlösbares Problem, wie die "Quadratur des Kreises". Wir haben immer wieder neue Ansätze ausprobiert und immer wieder standen die Ponys viel zu lange mit leerem Magen herum. Mit Einführung der zeitgesteuerten Fütterung haben wir endlich unser Ziel erreicht und für unsere Pferde DIE PERFEKTE FÜTTERUNG gefunden.

Heute sind wir absolut überzeugt davon, dass zeitgesteuerte Pferdefütterung eine lohnende Investition in die Gesundheit von leichtfuttrigen Pferden ist.

Wenn wir alle Kosten zusammenrechnen, welche uns durch Tierarzt- und Heilpraktikerbehandlungen, alle möglichen Zusatzmittelchen, häufigere Hufpflegeintervalle und sonstige  Therapieversuche entstanden sind und die Anschaffungskosten eines Raufomaten gegenrechnen, amortisiert sich eine "raufomatisierte" Raufe in kürzester Zeit - ganz zu schweigen davon, dass es auch dem eigenen Wohlbefinden zugutekommt, wenn man mit eigenen Augen täglich sieht, dass es den Pferden endlich gutgeht.

Wir hätten unseren Ponys viel Leid und uns selber Sorgen und Geld sparen können, wenn wir damals einen Raufomaten für unsere ersten beiden Pferde hätten kaufen können. Gerne hätten wir das Geld dafür ausgegeben, wenn es so etwas zu einem vernünftigen Preisleistungsverhältnis schon gegeben hätte.

Aufgrund unserer eigenen leidvollen Erfahrungen bieten wir nun unsere Raufomaten einem ausgesuchten Kundenkreis an. Es geht uns nicht darum,

  • möglichst viel Umsatz zu machen,
  • möglichst viele Kunden zu werben,
  • möglichst viele Raufomaten zu verkaufen.

Unsere Kunden sind verantwortungsvolle Pferdehalter, welche für die Gesunderhaltung ihrer Pferde keine Kompromisse eingehen wollen. Solchen Pferdehaltern helfen wir gerne weiter.

Gerade weil wir selbst jahrelang erlebt und durchlitten haben, wie schwierig die Umsetzung einer optimalen Pferdefütterung sein kann und wie wenig fachkundige Hilfe und Verständnis man findet, können wir uns sehr gut in die Nöte und Sorgen anderer Pferdehalter hineinversetzen.