Wie es dazu kam

Wir sind selbst begeisterte Pferdebesitzer und wissen deshalb, welche Sorgen man sich oft um die geliebten Pferde macht. Nachdem unsere Stute aufgrund ungebremster Heufütterung in einem LAG-Pensionsstall im Jahr 2010 haarscharf an einer Hufrehe vorbeischlitterte und unser Wallach wegen der gleichen sehr reichhaltigen Heu- und Grasfütterung unter einer hartnäckigen Stoffwechselentgleisung mit Schweißausbrüchen und starkem Juckreiz litt, versuchen wir nun schon seit Jahren, die Fütterung unserer Lieblinge stetig zu verbessern.

Da unsere mittlerweile vier Isländer im Alter von 15, 19, 29 und 34 Jahren leider sehr leichtfuttrig sind und selbst magerstes Heu von ungedüngten Naturschutzflächen unweigerlich zu Verfettung und gesundheitlichen Problemen trotz regelmäßiger Bewegung führten, war klar – ein anderes Fütterungskonzept musste her. Auch die nachts viel zu langen Fresspausen waren uns ein Dorn im Auge.

Unser Ziel war es nun, unseren vierbeinigen Freunden in regelmäßigen Abständen rund um die Uhr kleinere Mengen gesundes, mageres Heus anzubieten und die Fresspausen auf höchstens drei Stunden zu reduzieren.

Eigentlich wollten wir ja eine automatische Heuraufe kaufen und nicht selber bauen. Idealerweise sollte ein kompletter Großballen Heu hineinpassen und das Verletzungsrisiko für die Pferde auf ein Minimum beschränkt sein. Wir konnten es dann kaum fassen, dass sich die Suche im In- und Ausland so schwierig gestalten würde. Die wenigen zeitgesteuerten Raufuttersysteme, die wir fanden, wirkten zwar hochwertig, hatten aber entweder eine ungünstige Ergonomie für die Pferde, nicht genügend Platz für einen Großballen oder waren völlig überteuert.

Wir tüftelten dann zusammen mit unseren vierbeinigen Produkttestern so lange herum, bis wir eine günstigere, aber sehr robuste technische Vorrichtung fertiggestellt hatten, welche wir seit November 2016 Tag und Nacht bei unseren eigenen Pferden verwenden.

Wir konnten anfangs fast selbst nicht glauben, wie verlässlich unser Raufomat sein würde und schauten in der ersten Zeit besorgt bei jeder Öffnungs- und Schließzeit mit Bangen zu, wie lange die Konstruktion wohl halten würde, zumal unser Wallach sich teilweise mit seiner ganzen Kraft gegen den Schließvorgang stemmte. Nichtsdestotrotz – Störfälle gab es bisher nie – egal, ob mal ein kurzer Stromausfall war, starker Regen, Schnee oder Sturm.

Die täglichen Fütterungsarbeiten entfielen so ganz nebenbei komplett, was ein zunächst unerwarteter, aber schöner Nebeneffekt war. Bei unseren vier Isländern ist es derzeit so, dass wir nur noch alle ca. 10 Tage einen neuen Großballen Heu in die Raufe geben müssen. Der Rest wird vom Raufomaten erledigt.

Da wir wohl nicht die einzigen Pferdebesitzer sind, die händeringend versuchen, ihre leichtfuttrigen und leider mit einem Riesenhunger ausgestatteten Pferde gesund und glücklich zu erhalten, entschlossen wir uns, unseren Raufomaten patentieren zu lassen und auch anderen Pferdehaltern anzubieten. Dabei ist es uns sehr wichtig, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis für alle Beteiligten stimmt und somit auch kleinere Offenställe, Gnadenhöfe und Selbstversorgerställe für ihre kranken oder “immer hungrigen” Pferde dieses Fütterungskonzept anwenden können, ohne sich komplett in den finanziellen Ruin zu stürzen.

Der Raufomat wurde ausschließlich aus Liebe zu den Pferden geboren. Es ist uns ein persönliches Anliegen, dass es beim Raufomaten nur Gewinner gibt – sowohl bei den beteiligten Pferden als auch ihren Menschen.

Es wäre schön, wenn wir mit dem Raufomaten dazu beitragen könnten, dass nicht mehr so viele Pferde durch die leider noch sehr weitverbreitete Stoßfütterung die meiste Zeit mit übersäuertem Magen auf ihre nächste Mahlzeit warten müssen, sondern Tag und Nacht regelmäßig mit gesunden kleinen Portionen versorgt werden können.

“Raufomatische” Grüße – Maria Haslinger & Rainer Bischof